Was ist eigentlich Freundschaft?

Für mich hat das Wort Freundschaft einen hohen Stellenwert. Es dauert eine lange Zeit bis ich jemanden als Freund bezeichne. Ich denke das heutzutage mit dem Wort Freund/Freundin viel zu leichtfertig umgegangen wird. Dieses Privileg das sich jemand unser Freund nennen darf wird viel zu schnell verschenkt. Natürlich gehört wie in jede gut funktionierende Beziehung der sogenannte Vertrauensvorschuss. Eine platonische Freundschaft ist letzten Enden nichts anderes als eine Beziehung ohne Sex. In einer Freundschaft machen wir uns auch auf eine Art und Weise emotional Abhängig von dem anderen oder hat es euch kalt gelassen wenn ihr Streit mit dem besten Freund oder der besten Freundin hattet? Und das ist für mich kein Thema welches es nur bei Teenies gibt. Wenn eine vermeintlich beste Freundschaft nach und nach auseinander geht weil man fest stellt das es keine richtige Freundschaft war, dann ist das auch eine Form von Schluss machen. Wir trennen uns von dieser Freundschaft und diese Gefühle die wir dabei empfinden kommen dem Gefühl von Liebeskummer sehr nah!

Es gibt so viele verschiedene Formen der Freundschaft. Wir haben zum einen die beste Freundin / der beste Freund dann gibt es die „normalen“ Freunde, aber es gibt auch noch so viele Begriffe mehr wie den Brieffreund, die Schulfreunde usw.

In der heutigen Zeit mit den ganzen Social Media Portale haben viele Leute (mich eingeschlossen) schnell über 500 Freunde bei Facebook. Und natürlich wird auch auf Facebook das Wort Freund verwendet. Dabei sieht man viele dieser vermeintlichen Freunde über viele Jahre hinweg nicht. Man ist lediglich befreundet weil man sich kennt, sei es aus der Schulzeit, einem ehemaligen Arbeitsplatz oder von einer der vielen Partys an die man sich sowieso nicht mehr richtig erinnern kann. Man hat keinen Kontakt, eigentlich ist einem das Leben des anderen auch egal aber Hauptsache man ist „befreundet“. Der Einzige Tag im Jahr wo man von diesen Freunden etwas hört ist am Geburtstag, denn Gott sei dank gibt es da ja diese Funktion die einen an jeden Geburtstag der gesamten Freundesliste erinnert. Ein weiteres Lebenszeichen bekommt man dann noch mit etwas Glück an Weihnachten. Da werden dann furchtbar kitschige Bildchen von Weihnachtselfen und Teddys verschickt mit dem Slogan „Merry Christmas“. Kein persönliches Wort kein Gruß, nur diese Bilder. In Massenabfertigung an jeden aus der Freundesliste oder Whatsapp Liste verschickt – fertig. Soll erfüllt, denn man hat sich ja mal wieder gemeldet.

Was macht denn eine Freundschaft heutzutage eigentlich aus?
Ich habe das Gefühl das es den meisten vollkommen ausreicht mit der Clique am Wochenende einen Rum Cola nach dem anderen zu Kippen und erneut die gleichen volltrunkenen Gespräche und Diskussionen zu führen. Von einigen kennt man vielleicht nicht einmal den richtigen Namen weil einem derjenige nur unter einem Spitznamen vorgestellt wurde. Mit etwas glück weiß man noch wie alt er oder sie ist und nach der 5 gemeinsamen Verlinkung bei weniger interessanten Ereignissen auf Facebook hat man nach einer Woche wieder einen neuen Freund fürs Leben gefunden.

Für mich gehört so viel mehr dazu um jemanden wirklich „Freund“ zu nennen!
Ich unterscheide ganz Bewusst unter Freunden und Bekannten. Meine Freunde kann ich sehr schnell aufzählen. Ich differenziere da ganz bewusst und das ist überhaupt nicht schlimm. Soll nicht heißen das ich meine Bekannten nicht mag oder nicht gerne mal ein Gespräch mit ihnen führe. Aber diese Gespräche gehen einfach nicht in die Tiefe. Es ist oberflächlicher Smalltalk und meist am nächsten Tag wieder vergessen. Vor einigen Jahren war ich auch noch leichtfertiger was den Begriff und die Bedeutung des Wortes Freundschaft angeht und habe meine Freundschaft großzügig jedem angeboten.

Heute weiß ich was es heißt eine echte Freundschaft zu haben, jemanden Freund oder Freundin zu nennen. Nehmen wir zum Beispiel meine beste Freundin Inga. Auch wenn wir hier wieder einen dieser besagten Titel im Satz haben. Ich kann mit voller Überzeugung sagen das sie meine beste Freundin ist. Als ich Inga kennen gelernt habe war sie einige Jahre bloß eine Bekannte für mich. Durch einen schweren Schicksalsschlag in meinem Leben und das sie einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, ist sie nach und nach das geworden was sie heute für mich ist. Ich weiß das ich mich immer auf sie verlassen kann. Ich kann ihr stundenlang mit ein und dem selben Thema in den Ohren liegen ohne das sie mir das Gefühl vermittelt genervt zu sein. Sie verurteilt mich nicht wenn ich Sachen mache die sie so nicht machen würde. Sie ist immer ehrlich zu mir und ich kann bei ihr ich selbst sein und muss keine Rolle spielen um meinem Gegenüber zu gefallen. Und das gleiche tue ich für sich. Eine Freundschaft ist immer ein geben und nehmen. Man sollte in einer Freundschaft zufrieden und glücklich sein so wie in einer Partnerschaft.

Es gibt noch so viel mehr zu diesem Thema zu sagen, doch dafür reicht ein einfacher Blogpost nicht aus.

Wir sollten uns nur ab und zu ins Gedächtnis rufen das wir unser Vertrauen und unsere Freundschaft nicht wie Give Aways an jeden verteilen sollten sondern nur an ausgewählte Personen.

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